Nord-Süd-Passage

(title picture: solsoldat, Lofoten)

Hei hei og god dag fra Hoddevik. Landschaft und Wetter haben sich im Vergleich zu Tromsö und Unstad unverkennbar verändert. Fertig eitel Sonnenschein und dramatisch ins Meer abfallende, schroffe Berge. Willkommen Regen, Wind, Wald und saftig grüne, ins Meer abfallende Berge. Schlechtwetterbeding sitzen wir in unserer Stube mit Aussicht auf den Surfspot – wo gerade keine Wellen sind – und warten das Eintreffen des angekündigten Sturmes ab. Für morgen sind zwischen drei und fünf Meter Wellen plus starke Winde angesagt. Heisst wohl lesen, relaxen und Wärme geniessen … mal schauen, was da an Wind und Wellen ankommt.

Seit wir vor 11 Tagen mit einer letzten Wanderung auf den „Lille Kongstindan“ – den Grossen haben wir aufgrund von Zeit, Schuhwerk und möglicher Kletterpartie zum Schluss auf das nächste Mal verschoben – aus Svolvaer abgereist sind, ist wieder einiges an Eindrücken zusammengekommen.

Nord-Sued-passage_IMG_0792 „Lille Kongstindan“ von unten

Den Stärksten hat sicher „surfen in arktischem Gewässer in Unstad“ hinterlassen. Die Umgebung ist schlichtweg der Wahnsinn und das Gefühl an einem solchen Ort im Wasser zu sein, ist einfach nur magisch. Die Betreiber des Unstad Arctic Surf (www.unstadarcticsurf.com) verströmen durch ihre geerdete, wahnsinnsnette Art mehr von dieser magischen Stimmung. Und die Welle … ja die Welle … wird wohl richtig gut sein, wenn sie gut läuft. Wir hatten etwas zu warten bis zu unserer ersten Session und erwischten die Wellen eher einen Fuss zu klein, als einen zu gross. Nichtsdestotrotz hatten wir unseren Spass im zirka zehn Grad kalten Wasser. So viel, dass sich unsere erste Session auf 2.5 Stunden ausgedehnt hat. Danach waren Hände und Füsse leicht kalt, das Herz aber glühte vor Freude. Wellen hatten wir leider nur für 2 lange Sessions. Eines ist jedoch klar, wir kommen wieder. Wohl eher im Winter, wenn die Wellen besser sind. Aber wir kommen wieder. Ganz sicher. Diese Magie wollen wir nochmals spüren. Und so nebenbei … Nordlichter haben wir auch noch gesehen … Riesendank für die Vorwarnung in die Ostschweiz.

Nach 5 traumhaften Tagen hiess es Abschied nehmen und zurück nach Svolvaer zu fahren, wo die Hurtigruten Richtung Süden und Madi’s Eltern auf uns warteten. Zuvor wollten wir jedoch noch die Aussicht vom Pass auf Unstad hinunter geniessen. Gesagt, getan. Von leichtem Regen lassen wir uns inzwischen nicht mehr aufhalten. Von 100 Ziegen – wir haben auf dem Rückweg aus dem Auto nachgezählt – jedoch schon. Kurz vor der Passhöhe passierten wir eine Herde Ziegen, welche uns dann langsam zu folgen begann. Erst waren wir über unsere Verfolger noch amüsiert, als uns aber auf der Passhöhe 100 Ziegen hinterher rannten, war uns etwas weniger wohl. Stehen bleiben, nach leichten Ziegenattacken in die Gegenrichtung gehen und die eine oder andere Ziege an den Hörner packen hat dann gewirkt und die Ziegen verwirrt. Für ein Foto vom Pass hat es aber nicht gereicht. Wir waren froh, ohne Ziegen wieder unten angekommen zu sein.

Nach einem gemütlichen Tag mit Madi’s Eltern in Henningsvaer hiess es abends auf die MS Finnmarken einzuschiffen. Zwei erhielten ein Upgrade, die beiden anderen die vorderste Kabine im Schiff mit Kajüten-Bett. Was zu Beginn noch Seemanns(frau)-Gefühle auslöste, wurde bei schwererem Seegang zur leichten Herausforderung. Ein- und Durchschlafen war gar nicht so einfach. Einerseits aufgrund des Seegangs, was wir ohne Seekrank zu werden überstanden haben. Andererseits, weil das grosse Tau direkt vor unserer Kabine ausgeworfen wurde. Dass auswerfen und einholen auf solchen Schiffen einen Heidenlärm macht, wissen wir jetzt auch. Ansonsten wurde auf dem Schiff gewaschen und einige Partien „Die Siedler von Catan“ gespielt. Über Gewinner und Verlierer verlieren wir hier keine Worte. Der Spielstand in Norwegen ist aber eindeutig. Nach einem Galadinner am Sonntag Abend verabschiedeten wir uns um 00:30 Uhr von Madi’s Eltern und gingen in Alesund von Bord. Madi’s Eltern blieben im Trockenen und wir gingen in den Sturm hinaus. War schön euch dabei gehabt zu haben. Pitschnass erreichten wir nach 1,5 Kilometer Fussmarsch unser Hotel, wo dir direkt ins Handicapierten-Zimmer mit Blick zum Flur eingebucht wurden. Nach netter Rückfrage, ob das so Absicht sei und einem spätnächtlichen Zimmer-Upgrade, fanden auch wir den wohlverdienten Schlaf.

Henningsvaer mit dem fünftschönsten Fussballplatz der Welt (laut sport1.de)

Letzte Tage auf den wunderschönen Lofoten

Schiff und Kajüte

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Schiffsalltag … 😉

Trondheim früh morgens um 07:00 Uhr

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Schiffs-Aussichten

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Vollgepackt geht’s ab in den Regen

Tags darauf Alesund bei Regen ausgecheckt – nettes kleines Städtchen und mit Sonne sicher noch toller – um am nächsten Tag am Flughafen unser Auto abzuholen und mit einer Nacht Zwischenstopp in Fosnavag, nach Hoddevik weiterzureisen. Zwei kleine Anmerkungen hierzu.

  1. Falls ihr einmal in Fosnavag seid, geht in Madelynn’s Cafe vorbei. Weltklasse Chai-Latte, gutes Essen, nette Besitzerfamilie und einfach ein schöner Platz um rumzuhängen.
  2. Falls ihr in Norwegen euren Mietwagen auf 09:00 Uhr reserviert, seid um 09:00 Uhr da. Es kann durchaus vorkommen, dass der Schalter um 10:30 Uhr geschlossen ist und man auf Goodwill der Konkurrenz angewiesen ist, die beim entsprechenden Mitarbeitenden anruft. Danke Europcar.

Alesund in Herbststimmung

Unser neues Zuhause in Hoddevik

Nach einer anspruchsvollen Fahrt über nur autobreite Passstrassen, auf welchen auch noch Lastwagen gekreuzt werden dürfen, betrachten wir nun den Sturm durch unser Stubenfenster. Ein weiteres eindrückliches Naturschauspiel.

Vie ses snart. Ha det bra.

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